Welche Kosten fallen beim gerichtlichen Mahnbescheid an?

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Kosten im gerichtlichen Mahnverfahren (Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid) für Sie anfallen.

Als Auftraggeber im Mahnverfahren sind Sie Kostenschuldner für die anfallenden Gebühren. Sofern sich Ihr Schuldner aber in Zahlungsverzug befindet, ist er grundsätzlich auch verpflichtet, Ihnen die Rechtsverfolgungskosten in Höhe der gesetzlichen Gebühren zu erstatten (insbesondere die Gerichtsgebühren und Rechtsanwaltsgebühren).

Gerichtsgebühren für Mahnverfahren

Für das Mahnverfahren fallen zunächst immer Gerichtsgebühren an. Die Gerichtsgebühren hängen vom Streitwert ab. Streitwert ist die Höhe der Hauptforderung, welche mit dem Mahnbescheid geltend gemacht wird. Die Gerichtsgebühren, Zinsen und Mahnkosten sind Nebenforderungen und erhöhen den Streitwert nicht.

Die Gerichtsgebühren sind direkt an die Justizkasse zu zahlen. Die Justizkasse erlässt nach Versand des Mahnbescheides eine Rechnung über die Gerichtsgebühren, welche an den Antragsteller (also an Sie) weitergeleitet wird. In der Gerichtsgebührenrechnung steht die Kontoverbindung, auf welche Sie die Gebühr zahlen müssen.

Das Mahnverfahren hat gegenüber dem „normalen“ Klageverfahren einen Vorteil: Der Mahnbescheid wird sofort erlassen, auch wenn die Gerichtsgebühren noch nicht bezahlt wurden. Im Klageverfahren wird die Klage dagegen erst zugestellt, wenn der Gerichtskostenvorschuss eingezahlt wurde. Das Mahnverfahren bringt somit auch einen Zeitgewinn, wenn bei Antragstellung alles richtig gemacht wird. Schon aus diesem Grund sollte man das Mahnverfahren durch einen Rechtsanwalt durchführen lassen (es sei denn, man hat selbst vertiefte Kenntnisse im gerichtlichen Mahnverfahren).

Die Höhe der Gerichtsgebühren ergibt sich aus folgender Tabelle:

Höhe der HauptforderungGerichtsgebühren
bis 500,- €36,00 €
bis 1.000,- €36,00 €
bis 1.500,- €39,00 €
bis 2.000,- €49,00 €
bis 3.000,- €59,50 €
bis 4.000,- €70,00 €
bis 5.000,- €80,50 €
bis 6.000,- €91,00 €
bis 7.000,- €101,50 €
bis 8.000,- €112,00 €
bis 9.000,- €122,50 €
bis 10.000,- €133,00 €
bis 13.000,- €147,50 €
bis 16.000,- €162,00 €
bis 19.000,- €176,50 €
bis 22.000,- €191,00 €
bis 25.000,- €205,50 €

Gerichtsgebühren für Mahnbescheid (laut Gerichtskostentabelle 2021)

Rechtsanwaltsgebühren für Mahnverfahren

Für die Vertretung des Antragstellers durch einen Rechtsanwalt fallen außerdem Rechtsanwaltsgebühren an. Diese richten sich nach dem RVG (gesetzliche Gebühren) oder nach einer Vergütungsvereinbarung.

Die gesetzlichen Gebühren hängen ebenfalls vom Streitwert ab (also von der Höhe der Hauptforderung, welche mit dem Mahnbescheid geltend gemacht wird).

Im Gegensatz zu den Gerichtsgebühren fallen die gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren etwas höher aus, wenn nicht nur ein Mahnbescheid, sondern später auch ein Vollstreckungsbescheid beantragt wird. Ein Vollstreckungsbescheid ist dann notwendig, wenn der Schuldner trotz Erhalt des Mahnbescheides nicht zahlt. Der Vollstreckungsbescheid ist ein gerichtlicher Titel, aus dem die Zwangsvollstreckung betrieben werden kann (wie aus einem Urteil).

Die Höhe der gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle.

Höhe der HauptforderungRechtsanwaltsgebühren (1 Mandant, brutto)
bis 500,- €69,97 € bis 104,96 €
bis 1.000,- €125,66 € bis 180,88 €
bis 1.500,- €174,93 € bis 250,50 €
bis 2.000,- €221,34 € bis 320,11 €
bis 3.000,- €287,98 € bis 420,07 €
bis 4.000,- €354,62 € bis 520,03 €
bis 5.000,- €421,26 € bis 619,99 €
bis 6.000,- €487,90 € bis 719,95 €
bis 7.000,- €554,54 € bis 819,91 €
bis 8.000,- €621,18 € bis 919,87 €
bis 9.000,- €687,82 € bis 1.019,83 €
bis 10.000,- €754,46 € bis 1.119,79 €
bis 13.000,- €816,34 € bis 1.212,61 €
bis 16.000,- €878,22 € bis 1.305,43 €
bis 19.000,- €940,10 € bis 1.398,25 €
bis 22.000,- €1,001,98 € bis 1.491,07 €
bis 25.000,- €1.063,86 € bis 1.583,89 €

Rechtsanwaltsgebühren für Mahnbescheid (laut RVG 2021)

Gebühren müssen letztlich vom Schuldner erstattet werden

Sofern sich Ihr Schuldner in Zahlungsverzug befindet, muss er Ihnen zusätzlich die entstandenen Gerichts- und Rechtsanwaltsgebühren erstatten (Kostenerstattungsanspruch).

Die gesetzlichen Gebühren werden im Mahnverfahren der Hauptforderung automatisch zugeschlagen und in den Mahnbescheid als Nebenforderung mit aufgenommen.

Somit können Sie ggf. auch die Rechtsverfolgungskosten in Höhe der gesetzlichen Gebühren vollstrecken, sollte Ihr Schuldner diese nicht bezahlen.

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