Weitergabe von TANs an vermeintlichen Bankmitarbeiter am Telefon ist grob fahrlässig, so das OLG Bremen

Betrüger gehen immer raffinierter vor, um sich an fremden Bankkonten zu berreichern. Ein aktuelles Phänomen ist das sogenannte Call-ID-Spoofing, wovor unter anderem auch die Bundesnetzagentur warnt. Hierbei wird die Absenderrufnummer manipuliert. Dem Opfer wird dann suggeriert, er erhalte einen Anruf von seiner Bank. Anschließend wird versucht, den Kunden dazu zu bewegen, über sein Smartphone eine Transaktion freizugeben, z. B. unter dem Vorwand, sein Konto sei bereits gehackt worden und müsse entsperrt werden....

06.06.2024

Zur Beweislast für die Autorisierung eines Zahlungsvorgangs aufgrund von gefälschten E-Mails

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 05.03.2024 (Az: XI ZR 107/22) Stellung bezogen zur Frage der Beweislast für die Autorisierung eines Zahlungsvorgangs, der auf einem per E-Mail eingereichten Überweisungsauftrag beruht. Der Sachverhalt lässt sich wie folgt zusammenfassen: Bei der beklagten Bank gingen dreizehn E-Mails mit Zahlungsanweisungen in englischer Sprache ein, die als Absender die E-Mail-Adresse der Klägerin auswiesen und denen jeweils eine Rechnung mit dem Überweisungsbetrag und den Daten des Empfängers beigefügt war....

13.05.2024

Konto gehackt und Geld weg - Was tun?

Online-Banking-Betrug ist zunehmend ein Problem für Bankkunden. Häufig werden Verfügungen über Bankkonten vorgenommen, nachdem die Täter die Zugangsdaten vorher durch betrügerische Maßnahmen (z.B. Phishing, Skimming oder Malware) erlangt haben. Eine weitere Masche ist, dass Kunden durch vermeintliche Telefonanrufe ihrer Bank oder Sparkasse dazu aufgefordert werden, bestimmte Aufträge freizugeben („Call-ID-Spoofing“). Die Täter sitzen dabei häufig im Ausland. Ist das Geld erst einmal „wegtransferiert“, bestehen für die Geschädigten faktisch kaum Möglichkeiten, die Täter zu belangen....

13.05.2024

Online-Banking-Betrug: Wann darf die Bank die Erstattung verweigern?

Früher hat man die Banken ausgeraubt, heute raubt man deren Kunden aus. So lässt sich das Phänomen Online-Banking-Betrug beschreiben. Wenn früher eine Bank in Hollywood-Manier ausgeraubt wurde, hätte Ihnen niemand ernsthaft gesagt: “Da kann man nichts machen, Ihr Geld ist nun leider weg.” Beim Online-Banking-Betrug sieht das heute anders aus: Hier wird häufig der Vorwurf erhoben, der Kunde sei selbst hierfür verantwortlich, eine Erstattung scheide daher aus. Es gibt tatsächlich Fälle, in denen eine Bank auch bei eindeutig nicht vom Kunden veranlassten Zahlungsvorgängen keine Erstattung vornehmen muss....

02.02.2024

Betrug beim Online-Banking - Kundin verklagt Kreissparkasse Nordhausen

Ich habe heute für eine Mandantin Klage gegen die Kreissparkasse Nordhausen erhoben. Meine Mandantin unterhält dort ein Girokonto mit Online-Banking-Zugang. Leider fiel sie auf eine geschickte Täuschung von Kriminellen herein und wurde so um mehrere Tausend Euro erleichtert. Die Kreissparkasse Nordhausen lehnte eine Erstattung der Verfügungen ab, weshalb unserer Mandantin am Ende nur noch der Klageweg blieb. Geschickte Täuschung führt zu mehreren Tausend Euro Verlust Der Fall meiner Mandantin zeigt, wie geschickt Kriminelle derzeit vorgehen, um sich Zugriff auf fremde Bankkonten zu verschaffen:...

12.09.2023

Betrug beim Online-Banking - Wer haftet für den Schaden?

Immer mehr Kunden nutzen Online-Banking. Damit verbunden ist eine steigende Anzahl von Missbrauchsfällen („Online-Banking-Betrug“). Spätestens wenn die Bank / Sparkasse die Erstattung eines missbräuchlichen Zahlungsvorgangs ablehnt (und das kommt nach meiner Erfahrung häufig vor), ist der Schock groß. Dem Kunden bleibt in solchen Fällen häufig nur der Klageweg. Grundsatz: Bank haftet für Betrug beim Online-Banking Kommt es beim Online-Banking zu nicht autorisierten Zahlungsvorgängen, haftet hierfür grundsätzlich die Bank. Die Bank ist dann verpflichtet, dem Kunden den Betrag unverzüglich zu erstatten und sein Konto wieder auf den Stand zu bringen, auf dem es sich ohne die Belastung durch den nicht autorisierten Zahlungsvorgang befunden hätte....

19.07.2023