SUD Service & Dienstleistungs AG – Hilfe für Betroffene

Ausgangssituation

Wer sich im Internet nach Kreditangeboten informiert, stößt dort möglicherweise auf eine Internetseite der Firma SUD Service & Dienstleistungs AG mit Sitz in 6300 Zug (Schweiz). Diese verschickt Verträge zur Vermittlung einer Finanzsanierung an Verbraucher, unter anderem auch in Deutschland. Betroffene können sich gerne an mich wenden.

Nachfolgend sehen Sie ein Muster für ein Genehmigungsschreiben der SUD Service & Dienstleistung AG:

Bekommt man mit einem solchen Vermittlungsvertrag einen Kredit?

Wer einen solchen Vermittlungsvertrag versehentlich unterzeichnet, erlebt später meistens eine unangenehme Überraschung: Für die geforderte Vergütung, die per Nachnahme gezahlt werden soll, erhält der Empfänger nämlich überhaupt keinen Kredit. Wenn man nämlich den Vertrag genau liest, stellt man fest, dass dieser überhaupt keine Kreditgewährung oder Kreditvermittlung zum Gegenstand hat. Es geht letztlich nur um die Vermittlung eines Finanzsanierungsvertrages (nicht: Finanzierung). Schon der Begriff führt insoweit schnell zu Verwechslungen.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man den Vermittlungsvertrag versehentlich unterschrieben hat?

Falls Sie einen solchen Vermittlungsvertrag versehentlich unterschrieben haben, sollten Sie die geforderte Vermittlungsgebühr auf keinen Fall bezahlen. Sie erhalten hierdurch keinen Kredit! Es handelt sich letztlich um Abzockerei. So hat z.B. bereits das Amtsgericht Euskirchen in einem Zivilrechtsstreit rechtskräftig festgestellt, dass das Geschäftsmodell der SUD Service & Dienstleistungs AG auf strafbarem Betrug beruht (AG Euskirchen, Urteil vom 23.12.2021, Az. 33 C 27/21).

Wir empfehlen stattdessen, den Vermittlungsvertrag vorsorglich wegen arglistiger Täuschung und wegen Irrtums anzufechten. Hierfür können Sie z.B. das folgende Musterschreiben benutzen.

Musterschreiben für eine Anfechtung

“Betreff: Ihr Schreiben vom [Datum] zum Aktenzeichen [ergänzen]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich nehme Bezug auf den oben genannten Vermittlungsvertrag und Ihre Zahlungsaufforderung.

Ich war allein an einem Kreditvertrag interessiert und ging bis zuletzt davon aus, dass es um einen Vertrag über die Vermittlung eines Kredits geht. Vorsorglich erkläre ich daher hiermit die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung. Ich wurde durch eine bewusst auf Irreführung gerichtete Formulargestaltung arglistig darüber hinweggetäuscht, dass statt der gewünschten Kreditvermittlung lediglich ein Finanzsanierungsvertrag vermittelt werden soll. Hilfsweise erkläre ich die Anfechtung wegen Irrtums. Wie ich bereits dargelegt habe, unterlag ich einem Irrtum über den Vertragsinhalt. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Interesse an einem Finanzsanierungsvertrag und wollte daher auch keine entsprechende Vertragserklärung abgeben. Weiterhin erkläre ich vorsorglich den Widerruf …

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