Die Hausratversicherung deckt unter anderem Schäden ab, die durch einen Einbruchdiebstahl entstehen. Mitunter verweigern Versicherungen die Regulierung, weil ein Einbruchdiebstahl nicht schlüssig nachgewiesen worden sei. Der Bundesgerichtshof hat in einer aktuellen Entscheidung noch einmal aufgezeigt, wie weit die Anforderungen an den Nachweis eines Einbruchdiebstahls gehen (BGH, Urteil vom 17.04.2024 – IV ZR 91/23).

Der Versicherungsnehmer einer Hausratversicherung darf sich nach ständiger Rechtsprechung des BGH beim Nachweis eines bedingungsgemäßen Diebstahls versicherter Sachen auf Beweiserleichterungen berufen. Der Versicherungsnehmer genügt seiner Beweislast bereits dann, wenn er das äußere Bild einer bedingungsgemäßen Entwendung beweist. Hierzu ist ein Mindestmaß an Tatsachen erforderlich, die nach der Lebenserfahrung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit den Schluss auf eine Entwendung zulassen.

Bei einem Einbruchdiebstahl gehören hierzu mindestens

  1. die Unauffindbarkeit der zuvor am Tatort vorhandenen, als gestohlen gemeldeten Sachen und
  2. das Vorhandensein von Einbruchspuren (abgesehen von Fällen des Nachschlüsseldiebstahls).

Keine Voraussetzung ist dagegen, dass die festgestellten Spuren so stimmig sind, dass sie zweifelsfrei auf einen Einbruch schließen lassen. Insbesondere müssen nicht sämtliche typischerweise auftretenden Spuren vorhanden sein.