Gibt es einen Anspruch gegen Kinderlärm?

Es entspricht allgemeiner Auffassung, dass in einem Mehrfamilienhaus gelegentlich auftretende Lärmbeeinträchtigungen wie etwa einzelne Streitigkeiten von Bewohnern oder gelegentliches Feiern als sozialadäquat hinzunehmen und noch nicht als Sachmangel gemäß § 536 BGB anzusehen sind (vgl. BGH, Urteil vom 29. Februar 2012 – VIII ZR 155/11).

Dazu zählt auch üblicher Kinderlärm. Solcher Lärm wird vom Immissionsschutzrecht des Bundes und der Länder grundsätzlich als sozialadäquat und damit zumutbar eingestuft. Daher sind Geräuschemissionen, die ihren Ursprung in einem altersgerecht üblichen kindlichen Verhalten haben, gegebenenfalls auch unter Inkaufnahme erhöhter Grenzwerte für Lärm und entsprechender Begleiterscheinungen kindlichen Verhaltens, grundsätzlich hinzunehmen (vgl. BGH, Beschluss vom 22.08.2017 – VIII ZR 226/16).

Scroll to Top