Deliktszinsen – Kein Anspruch bei voll nutzbarer Gegenleistung

Gemäß § 849 BGB stehen einem Verletzten unter bestimmten Bedingungen sog. Deliktszinsen zu:

“Ist wegen der Entziehung einer Sache der Wert oder wegen der Beschädigung einer Sache die Wertminderung zu ersetzen, so kann der Verletzte Zinsen des zu ersetzenden Betrags von dem Zeitpunkt an verlangen, welcher der Bestimmung des Wertes zugrunde gelegt wird.”

(§ 849 BGB)

Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung können Deliktszinsen nach § 849 BGB jedoch nicht verlangt werden, wenn der Geschädigte für die Hingabe seines Geldes im Wege des Leistungsaustauschs eine in tatsächlicher Hinsicht voll nutzbare Gegenleistung erhält.

In diesem Fall kompensiert die tatsächliche Nutzbarkeit der Gegenleistung die Nutzungsmöglichkeit des Geldes (BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 – VI ZR 354/19; BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 – VI ZR 397/19; BGH, Urteil vom 9. März 2021 – VI ZR 13/20; BGH, Urteil vom 6. Juli 2021 – VI ZR 1146/20; BGH, Urteil vom 2. November 2021 – VI ZR 731/20; BGH, Urteil vom 21. Dezember 2021 – VI ZR 455/20; BGH, Urteil vom 21. Dezember 2021 – VI ZR 212/20; BGH, Urteil vom 25. Oktober 2022 – VI ZR 1034/20).

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